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Ein Ahorn zum Palmsonntag

Zeichnung: Ein junges Ahornbäumchen mit gezackten Blättern in einem Tontopf, daneben eine Gießkanne, darüber ein grüner Palmzweig

Gottesdienstbaustein · Palmsonntag

Autor: Thomas J. Weiss

Länge
399 Wörter, vorgelesen ca. 3 Minuten
Bilder
1
Fassung
6. Oktober 2026

Herunterladen: PDF · HTML

Worum es geht

Ein Text zum Mitgeben: Wer am Palmsonntag einen kleinen Ahorn geschenkt bekommt, erfährt, wie man ihn pflanzt – und wird eingeladen, zugleich eine Idee in sich wachsen zu lassen. Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein und bleibt seinem Wunsch treu, auch als viele etwas anderes von ihm erwarten.

Zum Vorlesen: Der Text ist als Blatt zum Mitnehmen gedacht, zusammen mit einem jungen Ahorn oder einem anderen Bäumchen. Er lässt sich auch im Gottesdienst vorlesen.

Das ist ein Baum. Genauer gesagt: ein kleiner Ahorn.
Er steht noch ganz am Anfang seines Lebens.
Er steht für eine Möglichkeit.
Genauer gesagt: für die Möglichkeit, ein kleiner, ein großer, ein bescheidener, ein stolzer, in jedem Fall aber ein schöner Baum zu werden.
Oder, mit anderen Bäumen zusammen, ein ganzer Wald.

Du kannst diesen Baum an einer geeigneten Stelle pflanzen.
Je mehr Platz er zum Wachsen bekommt, desto größer wird er.
Mach ein Pflanzloch in der Größe einer Salatschüssel, lockere den Boden gut auf und füge beim Einpflanzen etwas Kompost oder Blumenerde hinzu, wenn du welche hast.
Wenn du den Ahorn bald auspflanzt, wird er schnell Wurzeln schlagen.
Wenn du ihn erst später pflanzen möchtest und dich einen Sommer lang um ihn kümmern möchtest und kannst, dann besteht im Herbst die nächste gute Gelegenheit, draußen einen Platz für ihn zu finden.

Denke darüber nach, ob du zur gleichen Zeit ein Bäumchen in dir drin pflanzen möchtest.
Es stünde für eine Möglichkeit.
Genauer gesagt: für die Möglichkeit, dass aus einer kleinen Idee etwas Großes, etwas Bescheidenes, etwas Stolzes, in jedem Fall aber etwas Schönes werden kann.
Oder dass mit anderen zusammen, die dieselbe Idee in sich wachsen lassen, ein gemeinsamer Wunsch Wirklichkeit wird.

Was benötigt deine Idee, um zu wachsen?
Willst du sie mit anderen teilen oder gehört sie dir ganz allein?
Hast du manchmal das Gefühl, deine wichtigsten Wünsche zu vergessen oder sie nicht genug zu pflegen, weil andere an dir rütteln und dir ihre eigenen Ideen aufschwatzen wollen?
Gelingt es dir, in solchen Fällen auszusprechen, was dir wirklich wichtig ist?

Jesus ist am Palmsonntag auf einem Esel in Jerusalem eingezogen.
Er wollte seinen Wunsch teilen: nach einer Welt, in der aus einer guten Idee auf friedliche Weise eine starke Bewegung werden kann.
Viele Menschen haben ihm am Anfang zugejubelt und wollten ihm als Anführer folgen.
Aber nicht alle aus demselben inneren Wunsch heraus. Manche hofften auf eine andere Art von Hilfe.
Jesus ist seinem Wunsch treu geblieben. Er war ihm wichtiger als eine Bewegung in die falsche Richtung. Er war ihm wichtiger, als Anführer zu werden. Am Ende wichtiger als alles andere, sogar wichtiger als sein eigenes Leben.
Es mag Ideen geben, die über den Tod hinausgehen und Bestand haben – an einem Ort, den nie zuvor ein Mensch gesehen hat.
Vielleicht ist es das, was Christen glauben.

Viel Spaß beim Pflanzen und beim Wachsenlassen deiner Ideen!

Lizenz und Rechte

Text: Thomas J. Weiss, lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0). Der Baustein darf verwendet, gekürzt, umgeschrieben und weitergegeben werden, auch kommerziell, solange der Autor genannt wird.

Bild: eigene Zeichnung von kirchenkiste.de, ebenfalls unter CC BY 4.0.